Freitag, 22. September 2017

[Rezension] "Scythe – Die Hüter des Todes" von Neal Shusterman

"Scythe – Die Hüter des Todes" von Neal Shusterman
Bildquelle: Fischer/Sauerländer
Wenn Bücher einen Blick in die Zukunft der Menschheit wagen, fällt dieser meist dystopisch-düster aus. Als Leser darf man dann miterleben, wie die Welt mit Pauken und Trompeten den Bach runtergeht. Nicht so in "Scythe - Die Hüter des Todes". In Neal Shustermans Vision leben die Menschen bequem vor sich hin. Sie können sich jederzeit auf ein biologisches Alter von 21 Jahren resetten lassen. Fast alle Verletzungen, selbst tödliche, lassen sich heilen. Und okay, es gibt doch einen Haken: Damit die Bevölkerungszahl nicht ins Unermessliche steigt, wurden die Scythe gegründet - menschliche "Todesengel", die nach eigenem Ermessen über Sterbezeitpunkt und -art von ihnen willkürlich ausgewählter Menschen entscheiden dürfen. Die Geschichte setzt an der Stelle an, als Citra und Rowan, zwei Jugendliche, von dem respektablen Alt-Scythe Faraday als Auszubildende angeworben werden, um die Kunst des Tötens zu Erlernen. Die beiden werden allerdings recht bald zum Spielball einer brutalen Scythegruppe, die sich auf Massenhinrichtungen spezialisiert hat.

Mittwoch, 20. September 2017

[Rezension] "Der Fluch des Hauses Foskett" von M.R.C. Kasasian

"Der Fluch des Hauses Foskett" von  M.R.C. Kasasian, Krimi
Bildquelle: Atlantik
Diese Serie ist schon reichlich schräg: Kriminalfälle im Stile viktorianischer Detektivgeschichten treffen auf makabere Gesellschaftskritik und einen rabenschwarzen Humor. Ich kenne nichts Vergleichbares. Teil 1 der Reihe, "Mord in der Mangle Street" habe ich trotz kleiner Kritikpunkte geradezu verschlungen. Vor allem die Besetzung empfand ich als erfrischend anders und absolut ungewöhnlich. Auf der einen Seite Sidney Grice, ein grantiger Zyniker mit unverhohlener Abneigung gegenüber der menschlichen Natur. Auf der anderen Seite sein Mündel, die selbstbewusste March Middleton, die an das Gute im Menschen glaubt und die herabwürdigende Art ihres Vormundes mit viel Schlagfertigkeit kontert. Beide Charaktere geben dem Leser einige Rätsel auf - in Kombination mit den Ermittlungen hatte das Buch einen sehr eigenen Sog.
 

Auch die Fortsetzung "Der Fluch des Hauses Foskett" lässt zwischen den Seiten wieder die Einzigartigkeit der Reihe erahnen. Grice und Middleton beschäftigen sich dieses Mal mit einem ominösen Sterbefallverein, in den mehrere angesehene Mitglieder der Londoner Gesellschaft einen Batzen Geld einzahlen. Das Vereinsvermögen soll an denjenigen ausgezahlt werden, der alle anderen überlebt. Wenig überraschend: Bald gibt es den ersten Toten zu betrauern. Grice und Middleton gehen der Sache nach und wieder steht der gute Ruf des Ermittlerteams auf dem Spiel.

Montag, 18. September 2017

[Rezension] "Saufen nur in Zimmerlautstärke" von Hans Rath

"Saufen nur in Zimmerlautstärke" von Hans Rath
Bildquelle: Kindler
Auf „Saufen nur in Zimmerlautstärke“ hatte ich mich eigentlich sehr gefreut, weil ich meinte Hans Raths humorige Man(n)-Trilogie in guter Erinnerung zu haben. Bedauerlichweise kann ich mit seinem neuen Buch wenig anfangen. Ich bin ratlos, was mir der Autor damit sagen will. 

Sein Protagonist ist der 50jährige Anwalt Adam Schmitt, der anfangs einen Herzanfall erleidet und nun überlegt, ob ihm das Schicksal damit einen Wink geben will. Da er sich nicht sicher ist, nimmt er sich vorsichtshalber eine Auszeit und fährt (Zufallsentscheidung!) nach Island. In Island trifft er auf seine Ex-Affäre Astrid und anschließend auf Magnus, einen kleinen Menschen, der behauptet ein waschechter Troll zu sein. Gemeinsam mit Magnus reist er zurück nach Berlin, wo der Troll für ziemlich viel Aufregung sorgt während Adam überlegt, ob er seine Ehe retten will, die gerade den Bach runter geht.

Samstag, 16. September 2017

[Rezension] "PS: Ich mag dich" von Kasie West


"PS: Ich mag dich" von Kasie West
Bildquelle: Carlsen
Da ich bereits „Blaubeertage“ von Kasie West kannte und mochte, ist „P.S. Ich mag dich“ gleich bei Erscheinen des Herbstprogramms von Carlsen auf meinen Wunschzettel gewandert. Es ist eigentlich nur eine schlichte Lovestory, gehört aber zu jenen Büchern, die man aufschlägt, zu lesen beginnt und dann nicht mehr aus der Hand legen kann, weil man sich darin einfach nur wohl fühlt.

Hauptfigur ist Lily: laute Familie, leise Außenseiterin, wilde Locken, ungewöhnliche Outfits. Liebste Beschäftigung: Gitarrespielen und an Songtexten herumfeilen. Verhasstestes Schulfach: Chemie. Zumindest bis zu dem Tag, als plötzlich jemand auf Lilys Tischkritzeleien antwortet. Aus ein paar anonymen Zeilen über Musik und Bands wird bald ein regelmäßiger Austausch versteckter Briefchen. Lily und der geheimnisvolle Verfasser schwingen auf derselben Frequenz, die Nachrichten werden immer intimer und vertrauter und gleichzeitig wächst Lilys Wunsch herauszufinden, wer ihr anonymer Brieffreund ist.

Donnerstag, 14. September 2017

[Rezension] "Viele bunte Sachen suchen mit Jakob und Conni: Wimmel-Märchen-Spaß

"Viele bunte Sachen suchen mit Jakob und Conni: Wimmel-Märchen-Spaß, Kinderbuch, Bilderbuch
Bildquelle: Carlsen
Mein Sohn ist ein sehr lebhaftes Kind und er schafft es oft nicht zur Ruhe zu kommen. Meist versuchen wir ihn mit bestimmten Ritualen wieder etwas einzufangen, damit er sich wieder besser konzentrieren kann und etwas Ruhe findet. Am besten funktioniert das bei ihm über die visuelle Schiene – mit Bilderbüchern. Lässt man ihn ein Buch auswählen, greift er meist zu seinen Lieblingen, den Wimmelbüchern. 
Schön ist es jedoch, wenn er ein Buch findet, das sowohl ihm als auch uns Erwachsenen gefällt. Dann wird es für alle ein großer Bilderbuchspaß. Mit „Viele bunte Sachen suchen mit Jakob und Conni : Wimmel-Märchen-Spaß“ haben wir so ein Buch entdeckt.

Was das Besondere an diesem Buch ist, ist schnell erklärt: Dieses Bilderbuch wimmelt auf märchenhafte Weise. Denn auf 7 farbenfroh illustrierten Seiten begleiten wir Leser den kleinen Jakob und seine große Schwester Conni durch einen Märchen-Erlebnis-Wald und dürfen dabei Märchen wie „Frau Holle“, „Aschenputtel“, „Hänsel und Gretel“, Rotkäppchen“, „Die Bremer Stadtmusikanten“ und „Schneewittchen“ auf spielerische Weise kennenlernen. Den Erwachsenen sollten diese Märchen bereits geläufig sein, aber durch die einzelnen im Buch gezeichneten Stationen aus den Märchen, kann man sie wieder etwas auffrischen und den kleinen Lesern näherbringen.